Indian Cooking Class

Hier kommt der versprochen Gastbeitrag von meinem Mann und Lieblingskoch über den Kochkurs, den wir ganz privat in Indien bekamen.

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Ich dachte ja bisher immer, ich koche ab und an indisch. Und ich dachte auch, ich wäre schon das eine oder andere mal bei einem Inder essen gewesen. Stimmt wahrscheinlich beides, und auch beides nicht. Die indischen Restaurants hier kochen genauso wenig echte indische Küche, wie die italienischen Restaurants in Indien italienisch kochen. Gleichwohl: Beides ist lecker.

Aber die Vielfalt und Würze des indischen Essens hat mich schon beeindruckt. Das Essen mit den Finger ist gewöhnungsbedürftig und wenn die Finger aufweichen, ist es gar nicht mehr schon.

Einen Abend war wir bei Adil zuhause. Adil hat, das hat Karin schon geschrieben, einen tollen Stand auf dem Markt mit Farben und Ölen und viel schnickschnack. Er selbst koch eigentlich nicht. Aber bei seiner Mutter durfte ich kochen lernen. Sie gab Anweisungen auf Kannada, Adil übersetzte und ich durfte / musste unter ihrem kritischen Blick arbeiten.

Am Ende stand ein tolles indisches Mal auf dem … naja … also auf dem Boden auf dem wir alle saßen und es uns schmecken liesen

 

Chapati

  • 2 Tassen Mehl (Weizen, Vollkorn und normal gemischt) oder Enmer oder
  • indisches Weizenmehl
  • 0,5 Tassen Wasser
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • Salz

Das Mehl mit einer Prise Salz nach und nach mit dem Wasser (Menge nach Bedarf) zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Gegen Ende das Öl dazu geben. Den Teig in Folie wickeln und mindestens 15 Minuten ruhen lassen.
Den Teig in 12 Teile teilen. Ausrolle. Die Kreise zu einem Viertel zusammenschlagen und ein Viertel wieder ausklappen. Nochmal ausrollen. Dadurch bekommen die Fladen etwas blättriges.
In einer trockenen Pfanne von beiden Seiten ausbacken. Stapeln und warm halten.

Rührei Masala

  • 500 g rote Zwiebeln
  • 1 Bund Koriander
  • 3 Eier
  • 2 TL Kurkuma
  • Salz
  • 0,5 TL Chili

Die Zwiebeln schälen und längs in schmale Spalten schneiden. In Öl langsam weich braten. Nicht zu heiß. Sie sollen weich aber nur wenig braun werden.
Koriander grob hacken. Unter die Zwiebeln rühren. Mit Kurkuma und Chilli würzen. Salzen.
Ein Satz zum Chilli. Der gehört dazu. Punkt. Für uns manchmal … anstrengend. Es gibt ihn aber in unterschiedlichen Schärfegraden.
Nun die Eier darüber schlagen und rühren. Die Eier sollen eben fest werden.

Dal

In deutschen Rezeptsammlungen immer als Linsen-Dal verzeichnet, aber Dal sind Linsen. Linsen-Dal wären dann Linsen-Linsen – noch Fragen

  • 1 Tasse orange Linsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 10 Knoblauchzehen (jawohl ja so war das)
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • ½ TL schwarze Senfkörner
  • 1 Hand voll frischer Curryblätter (bekommt man hier eigentlich nie, dann eben getrocknete)
  • 1 Hand voll frischem Koriander
  • 4 Tomate
  • 1 TL Chilli. (oder weniger, Anmerkung von Karins Magenschleimhaut)
  • Etwas Kurkuma

Eine halbe Zwiebeln und den Knoblauch würfeln und in wenig Butterschmalz (Ghee) glasig dünsten. Linsen und klein geschnittene Tomaten dazu geben. Mit Wasser auffüllen und kochen bis die Linsen weich sind. Die andere Hälfe der Zwiebel ebenfalls würfeln. Die Senfsaat in einer Pfanne rösten, bis sie “explodiert”. Also in der Pfanne springt wie Popcorn. Kreuzkümmel dazugeben, kurz rösten. Dann Ghee und die Zwiebel dazugeben. Glasig dünsten. Curryblätter kurz mitbraten. Mit Chilli und Kurkuma würzen. Die Mischung in die Linsen geben und umrühren.

Kokos-Bohnen

  • 2 EL Öl
  • 1 Hand voll Curryblätter
  • 1 TL schwarze Senfsaat
  • etwas frischen Koriander
  • 750 g Bohnen, gesäubert und in 1 cm kleine Stücke geschnitten
  • 1 Handvoll geraspelte frische Kokosnuss

In Öl Curryblätter und Senfsaat rösten. Die Bohnen dazugeben und kurz anbraten. Den Koriander unterheben. Die Kokosnuss zugeben. Nicht zu viel Wasser angießen und im geschlossenen Topf garen.

Alles zusammen mit Reis servieren.

Coconuttoffee 

Den Nachtisch gab es bei Reisbauern in Coorg. Ein Wochenende waren wir  bei Harshitas, der Frau bei der Cora lebt, Eltern auf Land, sind durch Reisfelder gewandert und haben neben vielen Südfrüchten auch Pfeffer und Koriander wachsen sehe. Harshitas Mutter sprach nur Kannada und Coorgi. Aber als ich sie nach dem Rezept für ihre Coconuttoffees fragte, sprachen wir in der Küche mit Händen und Füßen 100 Sprachen.

  • 1 Kokosnuss
  • 250 g Zucker
  • 1 EL Ghee
  • 1/2 Tasse Milch
  • 1/2 TL Kardamon
  • ggf. Lebensmittelfarbe als Pulver

Die Kokosnuss halbieren und mit einem Coconut-Grater fein reiben. Wie man das in Deutschland auf einer Vierkantreibe macht, weiß ich noch nicht. Wird aber irgendwie gehen.

In einer trockenen Pfanne die Kokosnuss anrösten bis sie duftet. Den Zucker zugeben und unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Die Ghee dazu geben und weiterrühren. Der Zucker beginnt zu karamellisieren. Die Milch zufügen und unter rühren weiter karamellisieren und eindicken lassen. Zum Schluss Kardamom und Farbe unterrühren.

Die Masse in eine gebutterte Form füllen. Rautenförmig einschneiden. Eine Stunde abkühlen und fest werden lassen.

 

2 Gedanken zu „Indian Cooking Class“

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