Esme Nummer drei mit Schönheitsreparaturen

Ob sich ein Schnitt bei mir bewährt zeigt sich vor allen darin, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses Kleidungsstück meinen Kleiderschrank auch mal von innen sieht.

Meine lila Esme durfte noch keine Nacht in diesem nächtigen und mit den anderen Jacken kuscheln oder sich zumindest austauschen. Sie wurde getragen, den ganzen Winter oder lag auf einem Sessel oder Stuhl um mal eben bei Bedarf übergeworfen zu werden. Damit das Jäckchen auch mal ne Pause bekommt und ich mal wieder ne schwarze Jacke hab, die doch auf mehr Kleidungsstücken richtig farblich passt, habe ich aus dickerem Strickstoff von Tandem, den mir Monika besorgt hat, noch eine Esme genäht. Diesmal kürzer, auch so wirkt sie noch sehr schön finde ich.

Mein Problem war, dass ich etwas zu wenig Stoff hatte. So musste ich das Bündchen gegen den Fadenlauf zuschneiden. Das gibt optisch einen schönen Effekt, nähtechnisch aber ne mittlere Kathastrophe.  Die Naht wellte sich wie verrückt mit der Overlock genäht. Also hab ich sie nochmal aufgemacht, indem ich sie abgeschnitten habe (die komplette Naht). Denn beim Auftrennen der Naht wäre ich gerantiert vor Ungeduld, Wut oder so gestorben, das war dann doch nicht wert.

Beim zweiten Mal habe ich das Bündchen mit der normalen Nähmaschine wellenfrei angenäht. Durch mein beherztes Abschneiden wurde das Bündchen etwas schmaler, was nicht stört aber klaffte sehr unschön auf, was sehr stört. Nachdem ich die Jacke ein paar Wochen getragen habe, konnte ich mich am Sonntag durchringen und die Nahtzugabe des Bündchens mit einer Handnaht am Vorderteil festheften. Das war ne gute Idee und hat sich gelohnt und gar nicht so lange gedauert, wie ich dachte.

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Hier seht ihr  die Naht genauer. Links hab ich die Nahtzugabe des Bündchens vorsichtig und von vorne unsichtbar schon ein Stück am Vorderteil angenäht.

Jetzt klafft die Jacke nicht mehr so unschön auf und darf auch mal außerhäusig ausgeführt werden.

2016-01-30_03-16-23Hier sieht man deutlich den Unterschied, links geheftet, rechts nicht.

Ja ich weiss, die Taschen klaffen bei dem Schnitt auch auf. Aber das stört mich weniger und fällt beim Tragen weniger auf als an der Puppe. Ich finde das macht sogar ein wenig den Reiz der Jacke aus.  Die äußere Taschenseite schneide ich oft aus Futterstoff zu, dann wird sie nicht so dick und zieht sich weniger runter.

2016-01-30_03-15-35Fürs Frühjahr plane ich noch eine Esme aus dickerem Strickstoff als richtigen Drüberzieh-Mantel. Wenn ich das Wetter hier so sehe, könnte ich sie schon mal zuschneiden.

Länger habe ich überlegt, ob diese kleine Banalität wirklch ein Blogpost wert ist. Aber im Leben machen oft die kleinen scheinbaren Banalitäten viel aus und auch beim Nähen ist das so. Eine Kleingkeit wird verändert und das genähte Stück ist endlich wunschgemäß.

2016-01-30_03-14-00Hier ein sehr aufgehelltes Foto.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schöne Samstag. Bei diesem Wetter (Dauerregen) kann man sich gut mit scheibaren Kleingkeiten beschäftigen.

Ein Gedanke zu „Esme Nummer drei mit Schönheitsreparaturen“

  1. Ich finde, das ist überhaupt keine Banalität über die du schreibst. Ob die Knopfleiste sich wellt und aufklappt oder nicht… – am langen Ende hängt davon ab, ob die Jacke oft und gerne getragen wird oder nicht. (Und auch das mit dem Taschenzuschnitt aus Futter, ich finde solche Tipps und Tricks super!).
    Liebe Grüße!
    Anja

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