Ein paar Gedanken zu Werbung

Seit ein paar Wochen muss ich mich gezwungener Maßen mit dem Thema Werbung in Blogs im Allgemeinen und im Besonderen auch auf meinem auseinandersetzen.

Zum einen bin ich jetzt Teil der MeMadeMittwoch-Crew und auf diesem werbefreien Blog werden jeden Mittwoch (versteckte) Werbung und Probenähen verlinkt, mit der wir uns dann auseinander setzten müssen. Das geht so weit, dass ich manchmal keine Lust mehr habe auf die vielen tollen (werbefreien) Beiträge zu schauen.

Zum Anderen wurde ich in letzer Zeit häufiger gefragt, ob ich Gutscheine oder Stoffpackete verlosen möchte,  Stoffe vernähen kann, Probenähen möchte oder man bei mir Gastbeiträge einstellen kann, etc. Und schon wieder war ich mit dem Thema Werbung beschäftigt.

Eine Entscheidung mußte her, wie ich auf diesem Blog damit umgehen möchte. Und es ist mir nicht leicht gefallen, weil das Thema unter Bloggerinnen immer heiß diskutiert wird, es gibt kein Falsch und Richtig, nur ein „So möchte ich es machen“.

Ich habe mich entschieden, hier keinen Verlosungen zu starten oder Werbegastbeiträge zu bloggen.

Meine Stoffquellen verlinke ich in der Regel sowieso,  seien es Läden, Märkte oder ganze Viertel. Wenn mir also ein faires Tauschgeschäft (in der Regel Stoffe)  gegen Verlinkung angeboten werden, so habe ich diese angenommen, vorausgesetzt, ich kaufe eh in dem Laden ein oder ich finde ihn gut.

Aber dann werde ich das in meinem Beitrag auch kennzeichnen. Es gibt bei mir also keine versteckte Werbung.

Genauso ist es mit Probenähen. Finde ich ein Label /eine Schnittkonstrukteurin gut, so nähe ich gerne für sie und entwickel den Schnitt ein bißchen mit. Auch dies mache ich kenntlich und sage ganz ehrlich meine Meinung zu dem Schnitt und es wird keine triefenden Lobhuddelei geben.

Dies ist keine Aufforderung zu mehr Kooperation, davon hab ich genug.

Aber dies ist für meine geschätzen Leserinnen eine Info. Bei mir wißt ihr, wo ihr dran seit. In der großen Masse sind meine Stoffe selbst gekauft und meine Schnitte auch. Wenn nicht, mache ich das kenntlich. Und ich stelle nichts davon in Linkpartys ein, die das auch nicht wollen. Das finde ich der Bloggerin, die diese veranstaltet gegenüber nur fair und darum geht’s doch eigentlich, oder? Fair und transparent miteinander umzugehen.

10 Gedanken zu „Ein paar Gedanken zu Werbung“

  1. Genau so seh`ich das auch. Ich hab´einmal Stoff eines Shops vernäht, in dem ich sowieso kaufe, das aber gekennzeicnet. Probenähen würde ich auch und das war`s.
    Herzliche Grüße
    Sabine

  2. Das ist sehr schön geschrieben. Verständlich und auch das was mich beschäftigt. Kürzlich bekam ich eine Email der Fa. Hema – kenne ich nicht wirklich – ob ich nicht Produkte auf meinem Blog aus ihrem Kreativbereich vorstellen möchte. Ich könne mir dafür im Wert von 30 Euro etwas aussuchen. Es handele sich nicht um ein Produkt, sondern Produkte.
    Ich schrieb dass ich auf meinem Blog keine kostenlose Werbung von Produkten mache die ich nicht kenne.
    Andere Anfragen kamen auch, die ich meist gar nicht beantworte, weil mir die Namen der Fa. gar nicht bekannt sind.
    Stoffe allerdings, die ich auch vernähen mag, da würde ich dann einen Link setzen. Aber mit einem Fitzelchen für ein Täschen würde ich auch nicht anfangen.
    Probenähen – da bekomme ich keine Anfragen….. Brauche aber auch keine, ich habe da ja meine altbewährten Lieblinge für die ich das gerne tue und ich weiß, dass es den Beiden nicht um die Werbung im Anschluß geht, sondern um den Schnitt, die Anleitung. Dafür war das ja ursprünglich mal gedacht und jetzt habe ich oft das Gefühl es ist ein Run auf das Probenähen. Viele Nähen, viel Werbung. Ausschließen möchte ich davon allerdings fr. liebstes, denn da weiß ich, dass das von ihr nicht so gewollt ist.

    Was wir Bloggerinnen nicht unterschätzen düren, ist, dass wir sehr werbewirksam sind.
    Links zu unseren Blogs, haben oft eine enorme Auswirkung. Nicht für uns, sondern für den Verkäufer von Produkten. Das ist quasi eine kostenlose Werbung mit unseren Blogs, wo wir nicht einmal gefragt werden, ob wir damit einverstanden sind. Ich zeige unbedarft ein Stück, gebe die Stoffquelle, Schnittquelle an – inzwischen setze ich meist keine Links mehr – und schwubs, setzt wer einen Link zu mir, ein komerzieller Blog, und dann mache ich ungefragt kostenlose Werbung. Das will ich nicht.

    Gerne dagegen mache ich Werbung, bzw. LInks zu kleinen Shops, zu Shops, wo ich die Leute dahinter persönlich kenne. Die ich unterstützen möchte. Und das tue ich kostenlos.

    So, jetzt wurde ich ausschweifend.
    Danke, dass du das ansprichst.

    Und das mit dem MMM, das wäre fast ein Extrapost wert, da es einfach so oft, trotz Regelung, nicht beachtet wird. Bewusst oder unbewusst.
    Vielleicht bin ich böse, aber oft frage ich mich das nicht wissentlich und bewusst beim MMM diese Probenähschnitte und auch Stoffe verlinkt werden.

    Aber wie sagte Prinzenrolle einmal im Kommentar: nicht ärgern sondern mit Fassung nehmen und mit Witz, ha, schon wieder eine die nicht dran gedacht hat.

    Ich weiß aber was damit gemeint ist. Der eigene Blog und der MMM Blog sind kein Platz für Werbezwecke. Die Werbeplattform, eben keine Werbeplattform.
    Bei mir und dort möchte ich mich über das Nähen austauschen. Klar nenne ich Schnitte und Stoffe. Aber da bin ich neutral. Ich habe den Schnitt, den Stoff vernäht. Punkt aus. Er war gut er war schlecht.
    lg monika

  3. Werbung ist im Moment wirklich ein heikles Thema. Ich glaube vielen ist gar nicht bewusst, dass sie Werbung machen – würde sich mal ein Anwalt auf Abmahnungen wegen Schleichwerbung stürzen, dann würde das erschreckend viele betreffen (gleiches gilt übrigens für die Impressumspflicht).

    Transparenz ist das Zauberwort – rechtlich, aber auch im Sinne der eigenen Leser. Ich persönlich lese Blogs nicht mehr, wenn ich merke, dass da Begeisterung gegen Leistung (und sei es nur ein halbfertiges Schnittmuster zum Probenähen) getauscht wird.

    Ich finde auch, dass viele Bloggerinnen sich unter Wert verkaufen – als Blogger wird einem ein ganz anderes Vertrauen entgegengebracht als einem Werbebanner. Bannerblindheit und Skepsis gegenüber Werbung wird aber schlicht umgangen und das oft für einen wirklich geringen Gegenwert. Da wird einiges an manchen Stellen unterschätzt.

    Auf meinem Blog gab es bereits sporadisch Werbung und wird es sicher auch noch später geben, aber immer nachvollziehbar, immer klar kommuniziert und dann spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen.

  4. Finde ich gut, dass du das klarstellst. Ich bin auch für Transparenz, Ehrlichkeit und klare Verhältnisse. Immer. Gut, bei meinem Blog ist das kein Thema, weil er einfach keine große Nummer ist. Aber selbst wenn ich solche Anfragen bekäme, weiß ich jetzt schon, dass ich von all dem sicher gar nichts machen würde (Monikas Ausnahmen mit Unterstützung aufgrund persönlicher Bekanntschaft etc. finde ich nett), einfach, weil ich schon so in meinem Leben so viele Verpflichtungen habe, dass ich mein Hobby davon freihalten möchte. Ich möchte nur mir Rechenschaft schuldig sein, und sonst niemandem. Das klingt ein bisschen egozentrisch, aber nun ja.
    Deine Sicht der Dinge kann ich auch sehr gut nachvollziehen, und anders hätte ich es von dir auch nicht erwartet… 😉
    Und ehrlich gesagt kann ich mir fast nicht vorstellen, dass man das beim MMM unwissentlich tut, jedenfalls nicht mehr als einmal. Insofern ist das alles sehr ärgerlich.
    Ganz liebe Grüße,
    N

  5. Wir sind uns sicher alle einig, dass wir Werbung und Inhalt auseinanderhalten wollen – und das heißt eben: kenntlich machen. Diese Ehrlichkeit gehört zu den Dingen, die ich an vielen Nähblogs schätze (und die Lobhudeler lese ich nicht: das ewige Preisen dieser süßen Stöffchen und Schnittchen von diesem oder jenem Schätzchen…mag ich nicht). Ich denke, wichtig ist: „Werbung“ ist Lob gegen eine Gegenleistung (Stoff, Geld, Gutschein…). Das muss man dann aussprechen. Wenn ich irgenwo Stoff kaufe, die Qualität gut finde und das in meinem Blog schreibe, ist das Meinung. Und ohne diese Meinungen über Stoffe und Schnitte wären Nähblogs und MMM nur halb so spannend. Wir Näherinnen sind ja zum Glück eben nicht neutral, sondern oft begeistert, manchmal enthusiastisch, hin und wieder enttäuscht oder sauer.
    Danke, dass du, liebe Karin, deine Gedanken veröffentlicht hast. Das motiviert zum Drüber-Nachdenken, Aufschreiben und Austauschen!
    LG Almut

  6. Almut, das ist ein guter Gedanke: wir sind begeistert und das macht es toll. Nur leider ist es nicht immer leicht abgeheilteren von Werbung zu unterscheiden, deswegen sind Beiträge wie dieser so wichtig!

  7. Ehrlich , klar und nachvollziehbar, sehr gut. Die Grenze zwischen Begeisterung, Empfehlungen und ungewollter Werbung ist ja in meinen Augen sehr verschwommen. Im Grunde haben wir ja alle mit unseren Ajaccios irgendwie auch den Schnitt beworben, da würde mich mal interessieren wie sich das auf die Verkaufszahlen auswirkt, nur so aus Neugierde. Aber da es eine ehrliche und eben auch subjektive Begeisterung für den Schnitt ist , finde ich es in Ordnung. Die ganzen Indie Label sind ja auch angewiesen auf die Bekanntmachung durch die Blogs, auch das nur eine Vermutung von mir, da ich davon ausgehe, dass sie sich die Werbung im großen Stil nicht leisten können. Ein schwieriges Thema und Danke für deine ehrliche Ansage.
    Liebe Grüße
    Sylvia

  8. Hallo zusammen,
    ich bin heute zum ersten Mal hier gelandet und gleich in so einem interessanten Thema!
    Hergefunden habe ich mehr durch Zufall….aber einen sehr passenden. Hab mich(Maßschneiderin) mit dem Allerbesten (Dipl.Inf.) über Social Media und die DIY-Blogger-Szene unterhalten und darüber wie sich das in den letzten Jahren entwickelt hat weil ich mich oft frage in welcher Form ich eigentlich Teil davon sein möchte, in welcher nicht und wo man die Grenzen zieht usw.
    Im Zuge dessen zeigte ich ihm auch Projekte wie MMM, RUMS und den Creadienstag und bei MMM wiederum wurde ich dann gleich auf dich aufmerksam da ich mich ebenfalls gerade mit Waxprints beschäftige 😉 So kanns gehen…
    Wir unterhielten uns jedenfalls auch Werbung die ja ein großes Thema ist und deinen Beitrag hier finde ich sehr wohltuend. Vielen Dank dafür!

  9. Super, dass du dieses Thema hier so offen zur Diskussion stellst. Denn nicht nur beim gemeinsamen MMM ist es ein unglaublich wichtiges und spannendes Thema.
    Die Möglichkeiten für Werbung und Kommerzialisierung des eigenen Blogs werden immer vielfältiger. Angebote kommen per mail, manche sind belanglos und teilweise sogar unverschämt, andere wiederum wirklich spannend. Sei es vom „Umfang“ her oder einfach ideel unterstützendswert.
    Die „Macht“ unserer Blogs darf man echt nicht unterschätzen. Und diese zu nutzen ist unser aller gutes Recht, immerhin geben wir eine Menge in unsere Blogs hinein.
    Wofür (im doppelten Sinne) wir werben oder uns einsetzen wollen, entscheidet jede(r) für sich.

    So wie du absolut richtig schreibst, halte ich Transparenz und Offenheit dabei für den wichtigsten Aspekt. Ich finde es in absolut keinster Weise verwerflich, Geschenke von Sponsoren anzunehmen oder das eigene Blog zu kommerzialisieren und verstehe nicht, wieso man nicht offen zu diesen Ativitäten steht.
    Wenn ich mitbekomme, wie versucht wird, affiliatelinks so zu maskieren, dass sie nicht mehr als solche erkennbar sind, finde ich das extrem befremdlich. Denn, so meine bisherige -naive?- Erfahrung, wenn jemand offen seine Affilitelinks benennt, kann ich z.B. auch ganz gezielt über diesen Link etwas im Partnerprogramm oder amazonshop etc.kaufen – sozusagen als kleines Dankeschön. Mich kostet das nicht mal mehr….

    Natürlich sind die Grenzen zwischen Freundinnen-Empfehlung, Werbung und Schleichwerbung fliessend. (Auch wenn es Rechtssprechungen dazu geben soll), Aber ich bin davon überzeugt, dass ich persönlich doch selber sehr gut merken muss, wann ich ganz uneigennützig und aus Überzeugung ein Produkt anpreise und wann meine Objektivität z.B. aufgrund einer Gefälligkeit verloren gehen könnte. Wie ich (auf meinem Blog) damit umgehe, ist meine ganz eigene Entscheidung. Und zu der kann ich dann auch offen stehen.
    Und dann kann ich auch die Regeln von Verlinkungsaktionen einhalten, wenn dort z.B. keine Werbung erwünscht ist. Ich verlinke mich ja auch nicht mit einem grünen Kleid bei einer Mottoparty zum Thema „Rot“. Soviel Respekt muss sein.

    Um das klarzustellen: Ich habe auch schon probegenäht und mir Stoff von Händlern schenken lassen. Wichtig war mir persönlich dabei, dass ich selbst entscheiden darf, wann, was und ob ich überhaupt darüber schreiben möchte. Und dann habe ich das auch offen im Blog erwähnt. Warum auch nicht?

    LG
    Wiebke

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