Indien

Wie die ein oder andere vielleicht schon bei Instagram mittbekommen hat, habe ich im Oktober meine Tochter zwei Wochen in Indien besucht. Sie ist dort für ein Jahr im Freiwilligendienst.

Wir haben dort sehr viel gesehen. Ich bin noch immer voll von den Eindrücken und tollen Begegnungen, die ich dort hatte. Und die möchte ich gerne ein wenig mit euch teilen. Es ist nur eine kleine Zusammenfassung, mit vielen Fotos und bestimmt nicht vollständig.

Die ersten Tage verbrachten wir in Mysore (bzw. Mysuru) wo meine Tochter auch lebt, besuchten den beleuchteten Palast,

bestaunten den Verkehr

Und die wundschönen Tempel

sahen eine Parade mit Elefanten

und ich durfte ein Stündchen Stoffe shoppen gehen. Die Stoffgeschäfte in Mysore liegen alle in einer Gasse, die vor Farben nur so sprüht. Gefunden habe ich dort viele schöne Baumwolldrucke aber auch wirklich viel Poly.

Dann ein paar Tage in Alappuzha, früher Alleppey, um die Back Waters zu besuchen

Frauen wuschen am Rand der Flüsse immer wieder die Wäsche

und das Meer zu sehen.

Am zweiten Wochenende wurde mir ein Wunsch erfüllt. Ich wollte so gern mal Reisfelder sehen, Bananenbäume (ich wusste ja nicht, dass die in Indien an jeder Straßenecke stehen) und Palmen (dito). Die Eltern der Gastschwester meiner Tochter haben eine kleine Farm in Coorg und dorthin haben sie uns eingeladen.

Ich durfte barfuß durch Reisfelder laufen,

Kaffeeplantagen, Bananenbäume , Palmen, Pfeffersträucher etc bestaunen.

Die Eltern wohnen auf sehr kleinem Raum, aber sehr gemütlich. Überhaupt sind die meisten Wohnungen und Häuser wesentlich kleiner als wir es kennen und die Menschen rücken immer eng zusammen. Dafür sind sie sehr freundlich, es gibt immer etwas Gutes zu essen und wir haben einen spontanen Kochkurs erhalten. Uns wurde gezeigt, wie man Kokosnuss-Toffees zubereitet. Ich habe die Kokosnüsse aushöhlen dürfen.

Und ich wurde in einen Sari gewickelt: Coorgy Style. Die Saris werden nämlich überall anders gebunden, je nach Region.

Und wir haben ihre Nähmaschine bestaunt.

Sonntags waren wir in einer kleinen tibetischen Enklave mit einem goldenen buddhistischen Tempel. Ich habe noch nie so etwas Schönes gesehen.

Wieder zurück haben wir 5 Tage in Mysore verbracht.

Die Projekte besucht in denen meine Tochter arbeitet. Im Moment ist sie in einer Schule.

Bis zum Sommer war sie in einer Vorschule. Die Frau, die die Vorschule (wir würden es eher Kindergarten nennen) aufgebaut hat, war bei der Gründung 15 Jahre. Sie wollte, dass die Kinder, insbesondere auch die Mädchen, gute Voraussetzungen für die Schule bekommen. Deshalb bringt sie ihnen so viel wie möglich schon vor dem Schuleintritt bei. Denn die staatlichen Schulen in Indien sind selten gut, gehen schnell mit dem Stoff voran und wenn die Kinder nicht mitkommen, gibt‘s Schläge. Das wollte sie ihnen ersparen.

Täglich kommen 30-40 Kinder zu ihr um zu spielen, zu lernen und miteinander zu essen. Dafür stehen ihr ein ca 20qm großer Raum zur Verfügung, den ihr Vater ihr gebaut hat und 1-2 Freiwillige, die sie über einen NGO zur Verfügung gestellt bekommt. Staatliche Hilfe gibt es dafür nicht.

Nachmittags gibt sie allen Kindern, die kommen noch Hilfe bei den Hausaufgaben.

Überhaupt habe ich die Frauen in Indien als sehr kreativ und engagiert erlebt. Und das obwohl einige in ihren Freiheiten doch sehr beschnitten sind und sich nicht alleine in der Stadt bewegen dürfen. Und trotzdem versuchen sie das Beste aus ihrer Situation zu machen und ebnen den nachfolgenden Generationen die Wege so, dass es für sie evtl einfacher wird.

Ich konnte mich in Ruhe mit ihr unterhalten, während sie mir mal eben ein wundervolles Hennatattoo verpasste.

Immer wieder sieht man nähende Männer (Stitcher) in ihren kleinen Läden.

und natürlich Kühe, immer und überall.

Wir haben eine Sariweberei besichtigt.  Dort wurden aus Seide und Goldfäden Saris gewebt und nachher gefärbt.

Leider durften wir  in der Weberei keine Fotos machen, dafür wurden wir von den Webern immer wieder an die Webstühle gerufen, durften fühlen, staunen, auch mal die Maschine bedienen und hatten jede Menge Spaß.

Die Saris wurden auch auf dem Gelände verkauft für 300€ aufwärts. Da kam ich dann so gar nicht in Versuchung.

Aber bei diesem netten Herrn haben wir ein paar gebrauchte Saris gekauft (garantiert aus Poly). Meine Tochter ist Stammkundin bei ihm. Der Stoff eignet sich klasse für Taschen.

Der liebste Treffpunkt der Freiwilligen ist bei Adil und Azam auf dem Markt.

Bei Adils Mutter durften wir dann auch einen Kochkurs besuchen und lernen indisch zu kochen. Natürlich Indiastyle auf dem Boden sitzend.

Es wird einen eigenen Blogbeitrag mit den Rezepten geben.

Wir waren Seide kaufen

nd mehrfach auf dem Markt, den ich so unglaublich toll und farbenfroh finde. Fabe gibt es in Indien sowieso viel mehr als hier. Das macht alles direkt viel freundlicher

Ganz Indiastyle sind wir zu unserem letzten Ziel und Abflugs Ort Bangalore gefahren: mit dem Zug in der General klass. Aber wenn man 23 Stunden Taxifahrt hinter sich gebracht hat in einem indischen Taxi, und sich um Busplätze gedrängelt hat und dabei zusehen musste, wie die Inder Koffer und Kinder durch die Kenster in den Bus „warfen“ um Sitze zu reservieren, kann einen nicht mehr so viel erschüttern.

Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Bangalore. Eine boomende Stadt, in der es unglaublich viele IT Unternehmen gibt. Hier wirkte alles direkt viel moderner. Auch die Frauen bewegten sich hier freien, waren anders gekleidet. Aber da haben wir leider wenige Fotos gemacht. Dafür eine tolle Sicht von oben, aus einem Cafe im 13 Stock.

Keine Fotos haben wir gemacht (oder möchte ich veröffentlichen), von den vielen netten Begegnungen mit den Menschen, die meine Tochter dort kennen gelernt hat, täglich sind wir zum Essen eingeladen worden. Ich habe die Menschen in Indien als sehr gastfreundliche und geduldige Menschen kennengelernt.

Und mir ist nochmal mehr bewusst geworden, wie gut wir es hier in Deutschland haben, mit all unseren Standards, Absicherungen und Privilegien. Das hat mich wirklich nochmal sehr nachdenklich, dankbar und demütig gemacht.

Vielen Dank an meinen Mann für die tollen Fotos.

Strickstoffquelle Werbung

Endlich ist wieder Strickjackenwetter.  In diesem Sommer habe ich das warme Wetter wirklich sehr genossen. Aber es war so warm, dass ich euch monatelang meine neuen Strickjacken nicht zeigen konnte. Denn wenn es endlich mal weniger warm war und ich mich in die Jacke kuscheln konnte, war es dunkel und fotografieren unmöglich.

Aber so langsam – und in den letzten Tagen auch recht schnell – ändern sich die Temperaturen und ich kann meine heißgeliebten Strickjacken auch malwieder tagsüber tragen und somit auch endlich bei Tageslicht fotografieren.

Nach meinem letzten Blogbeitrag über Strickjacken, in denen ich die Schwierigkeit von guten Stoffquellen für nicht kratzenden Strickstoffe – bei mir heißt das, frei von Wolle oder ähnlichem – bemängelte, meldete sich Karin Schell vom Roten Faden bei mir. Im Sortiment vom Roten Faden findet man, etwas versteckt zwischen Angora- und Merinostrickstoffen – auch ein paar Stoffe in tollen Farben aus Viscose-Polyester-Mix.

Netterweise durfte ich mir zwei Stoffe zum Ausprobieren und Probetragen aus dem Sortiment aussuchen. Ich wählte blaubeere und weinrot aus. Der Stoff war  schnell  und unkompliziert vernäht. Mit der Overlock ging das sehr gut. Der Schnitt ist wieder die Blackwood Cardigan.

Und auch nach vielem Tragen, den ganzen Sommer durch in lauen Sommernächten wie gesagt, bin ich begeistert von den Stoffen. Sie kratzen nicht, sind angenehm auf der Haut zu tragen und die Qualität ist sehr gut, so wie ich es vom Roten Faden gewohnt bin.

Vielen Dank für die tollen Stoffe.

Der Stoff für das Kleid ist ein Viscosejersey auch vom Roten Faden. Den habe ich selbst gekauft. Ich war sehr happy, dass ich das Reststück erwischt habe. Vielleicht ist er ja im nächsten Sommer wieder im Sortiment.

Ich wünsche euch einen schönen Tag.

*dieser Beitrag enthält Werbung

Afrikanische Waxprints in Köln

In letzter Zeit vernähe ich sehr gerne Waxprint. Die Stoffe sind oft etwas fester, weniger fließend und auch die Muster stellen mich Schnittmustertechnisch vor einigen Herausforderungen. Da war es gut, dass ich nicht so großmustrige Stoffe gekauft habe. Dafür sind die Farben und Muster toll und genial für den Sommer.
Demnächst zeige ich mal das ein oder andere Kleid.
Bisher kaufte ich die Stoffe in Online-Shops oder bei meinem Paris-Besuch. Frau Prinzenrolle berichtete letztes Jahr hier von einem Laden mit Waxprints in Köln, 15 Autoninuten von mir entfernt. Den freien Tag gestern nutzte ich, um mich dort endlich mal umzuschauen.

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Was hab ich gefunden? Eine sehr nette Verkäuferin / Ladeninhaberin, einige afrikanische Frauen in tollen Kleidern (die sich in einer Sprache unterhalten haben, die ich gar nicht verstand und die ich mich nicht getraut hab zu fragen, ob ich sie fotografieren darf) und viele Regale voll mit tollen Waxprints, die ich fotografieren durfte (Da hab ich mich getraut zu fragen). Das komplette Coupon 5,5 m ab 20€.

P1070002P1070005Diesen kleinen, feinen Laden kann ich sehr empfehlen. Ihr findet ihn in der Steprath Str. 18 in Köln- Kalk. Die Öffnungzeiten sind  monatgs bis samstags von 11-18 Uhr.

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Nachtrag vom 19.3.2017 den Laden gibts immer noch. War heute extra nochmal nachschauen und hab für euch dieses Foto gemacht.

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Meine Ausbeute für ein Kleid:

IMG_2976 Und in den Stoff hab ich mich direkt schockverliebt, auch wenn ich wußte, dass er für ein Kleidungsstück eher nicht geeignet ist. Aber wir brauchen neue Decken, das fiel mir dann sehr schnell ein. Also das werden dann ein bis zwei Decken.
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Jetzt gibt’s das Kontrastprogramm und ich kümmere mich endlich mal um schwarzen Stoff. Ab morgen nähen wir ein kleines Schwarzes bei Wollixundstoffix und  Frauenoberbekleidung.
Seid ihr dabei?

Stoffe kaufen in Paris

Wie ich gestern schon berichtete, war ich am Wochenende mit Frau Bunte Kleider, Susi , Sybille und Frau Knopf in Paris zum Stoff kaufen.

Claudia hat letztes Jahr über Stoffe kaufen in Paris berichtet. Die meisten Läden liegen zentral in der Nähe des Gare du Nord am Marche Saint Pierre unterhalb von Sacre Coeur.

Nicht alle Läden konnten wir besichtigen, dafür waren es einfach zu viele. Es gab die ganz normalen Läden, wie wir sie kennen, mit Stoff vom Ballen. Die Preise waren nicht günstig, jedoch fand man in der Regel sehr tolle Qualitäten und Designerstofffe dann doch zu günstigen Preisen. So sage man mir – ich fand 90€ pro Meter nicht wirklich günstig. Ich hab leider vergessen, von welchem  Desigern man Stoffe dort so fand. Aber meine lieben Mitreisenden haben es sich bestimmt gemerkt.

Und dann gabe noch die Läden, die direkt Coupons von 3 Meter Länge verkauften  und in der Regel wurden sehr schöne Qualitäten angeboten. Jersey für 15-20€, Webware 20-30€ , Seide, die man in großer Auswahl fand 20-50€. Hatte man sich an die Massen gewöhnt, konnte man nach Lust und Laune suchen und natürlich finden. Nur morgens fand man die Läden so aufgeräumt vor.IMG-20150425-WA0000Gewohnt haben wir in einer tollen Wohnung, gebucht über airbnb in der Nähe der Rue Doudeauville. In diesem Bezirk wohnen sehr viele Schwarzafrikaner und so landeten wir zu unserer großen Freunde im Waxprintparadies. Ca. 10 Läden nur mit Waxprints gab es alleine schon ganz in der Nähe der Wohnung. Am besten hat uns K.H.Afrique Mode gefallen in der Rue Doudeauville Nr 77

P1050563Dort gab es Waxprints ab 10 Euro schon in guter Qualität.. Ein Waxprint ist immer ein Coupon von ca 1,20m x 5,80m. Man konnte sie sich also sehr gut teilen. Dieser Laden war einfach toll anzuschauen, ich häte dort Stunden verbringen können.

P1050557P1050560P1050561P1050558Natürlich gabs auch die gutem Vlisco Wax Prints. Aber die kosteten dann 62-85€

Unsere Waxprintausbeute:

P1050565Unsere Gesamtausbeute:

P1050532 KopieEin großer Teil meiner Parisausbeute:

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Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Sowohl wegen der Stoffjagt, aber vor allem wegen der netten Gesellschaft.